Traditionsbäcker Jürgens strukturiert zum Jubiläum um. Die betrieblichen Veränderungen betreffen vor allem den Bäckereibereich.

Veränderungen für 2020

Nach 120 Jahren ist Zeit für Veränderungen. Für 2020 ist die Grundsanierung des Hauptgeschäfts und eine Umstrukturierung der Geschäftsabläufe geplant.

Bereits in fünfter Genration sorgt die Bäckerei & Konditorei Jürgens für das leibliche Wohl seiner Kunden und gilt zurecht als der Traditionsbäcker in Wardenburg. Jetzt ist es Zeit für Veränderungen. Für 2020 ist die Grundsanierung des Hauptgeschäfts und eine Umstrukturierung der Geschäftsabläufe geplant.

Umstrukturierung zum Jubiläum

In den letzten 120 Jahren ist viel passiert. Aus der anfänglichen Hofbäckerei in Hatterwüsting mit eigener Mühle und angeschlossenem Kolonialwarenladen wurde eine gut laufende Bäckerei an der Huntestraße in Wardenburg, die bis heute Dreh- und Angelpunkt des Geschäfts der Bäckerfamilie Jürgens ist. Das Familienunternehmen überstand die Weltwirtschaftskrise 1929 und die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges, modernisierte und erweiterte die Gebäude sowie die Ausstattung immer wieder und baute einen treuen Kundenstamm auf.

In vierter Generation übernahm Harald Jürgens gemeinsam mit seiner Frau Hille 1987 die Leitung des Geschäfts. Im Februar 2012 erfüllte sich das Ehepaar Jürgens mit dem eigenen Café an der Oldenburger Straße einen Lebenstraum. Die Leistungen der letzten Jahre wären Grund genug, stolz zurück zu blicken. Der Bäcker- und Konditormeister ist aber vor allem dankbar: „Ohne die Kollegen in der Bäckerei und Konditorei, im Verkauf und im Café wären wir heute nicht da, wo wir stehen. Wir hätten unsere Träume und Ziele ohne sie nicht erreichen können. Aber auch unsere Kunden, die uns über die vielen Jahrzehnte die Treue gehalten und uns tagtäglich motiviert haben, aus natürlichen Rohstoffen beste Bäckerei- und Konditoreierzeugnisse herzustellen, haben ihren Teil dazu beigetragen.“

Wardenburger Bäcker schließt zu Ende Januar Filiale an der Huntestraße

Nun wollen Hille und Harald Jürgens die Zukunft angehen: „Es ist Zeit für etwas Neues und für Veränderungen“, betont Jürgens. Der Zahn der Zeit hat vor allem am Hauptgeschäft genagt Nachdem im letzten Jahr wieder einige Reparaturen notwendig waren, hat sich das Ehepaar Jürgens dazu entschlossen, das Geschäft grundzusanieren. „Wir haben einiges vor für 2020“, so der Bäckerei- und Konditormeister. Um keine Zeit zu verlieren, wird das Geschäft bereits zu Ende Januar geschlossen. Der Betrieb gehe im Kleinen Café an der Oldenburger Straße aber wie gewohnt weiter. „Meine Frau Hille wird das Team dort verstärken, um die zusätzlich anfallende Arbeit in der Filiale zu kompensieren“, erklärt Harald Jürgens.

Vom Frühstück über einen wöchentlich wechselnden, frisch gekochten Mittagstisch bis zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag finden die Kunden im Kleinen Café ein breites Angebot von höchster handwerklicher Qualität. „Der Dauerbrenner ist unser Frühstücksbuffet am Samstag und Sonntag. Seit der Eröffnung ist das Kleine Café fast jede Woche bis auf den letzten Platz ausgebucht“, sagt Hille Jürgens. Einige Gäste kämen jede Woche und hätten bereits ihren angestammten Platz in der gemütlichen Lounge oder direkt am Fenster – ganz nach Vorliebe. Das soll auch zukünftig so bleiben.

Handwerksbäcker tun sich zusammen

Der eine oder andere wird mitbekommen haben, dass die Luft für inhabergeführte Bäckereibetriebe zunehmend dünner wird. In den letzten Jahren ist immer wieder vom „Bäckersterben“ die Rede. Auch weil es deutlich schwieriger wird, den Nachwuchs für diesen Beruf zu begeistern. Eine Ausnahme stellt Harald Jürgens Sohn René dar, der das Handwerk ebenfalls erlernt, seine Prüfungen mit Bravur abgeschlossen und 2017 seinen Bäckermeister an der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim gemacht hat. René Jürgens ist seit seinem Abschluss im elterlichen Betrieb tätig und wird seine Eltern auch bei betrieblichen Umstrukturierung unterstützen. Die geplanten Veränderungen betreffen vor allem den Bäckereibereich: „Um uns für die Zukunft sicherer aufzustellen, haben wir uns dazu entschieden, künftig mit einem Handwerkskollegen zusammenzuarbeiten. Gemeinsam wollen wir dem Bäckersterben trotzen!“, erklärt Harald Jürgens. Die eigene Produktion in der Bäckerei wird in diesem Zuge eingeschränkt. Harald Jürgens selbst will hingegen seiner Leidenschaft für die süße Kunst der Konditorei verstärkt nachgehen und sich noch mehr darauf fokussieren.

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